Gesund

Ist Teppichboden und Auslegware gesundheitlich unbedenklich?

Teppichboden, Auslegware und Teppiche werden immer wieder als gesundheitsschädlich bezeichnet. Stimmt das? Ist Teppichboden gesundheitsschädlich? Wir von ts klären auf!

Teppichboden, Auslegware und Teppiche werden immer wieder als gesundheitsschädlich bezeichnet. Stimmt das? Ist Teppichboden gesundheitsschädlich? Wir von ts klären auf!

Alle Teppichböden die das GUT-Siegel tragen enthalten keine gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffe und werden nach ökologischen Kriterien hergestellt bzw. wiederverwertet. Insbesondere sind diese Teppichböden frei von Chemikalien wie Formalaldehyd, Asbest, FCKW, Butadien, Benzol, Styrol, Toluol und Weichermachern. Der Schwermetallgehalt ist begrenzt auf 100 mg/kg des Teppichbodens. Die GUT Prüfnummer bescheinigt:

    • die Umweltverträglichkeit der Produktionsverfahren
    • keine gesundheitsgefährdenden Substanzen im Produkt
    • minimale Emissionen und Gerüche bei neuen textilen Bodenbelägen
    • Wiederverwertung von Altteppichen und Produktionsabfällen

Sie erkennen die GUT Prüfung an diesem Zeichen:

Signet_2000_2

Die dennoch entstehenden Gerüche und Emissionen sind minimal und typisch für Neuware und verschwinden nach kurzer Zeit wieder (Vergleichbar mit Neuwagengeruch). Zudem gibt es einige Hersteller wie z.B. Infloor deren Teppichbodenwaren den „blauen Engel“ tragen und somit vom ältesten zertifizierten Umweltzeichen (1978) getestet wurden. Alle namenhaften Teppich Hersteller wie z.B. Vorwerk-Teppich, Infloor Carpets, Dura lassen Ihre Produkte prüfen.

Immer öfter sieht man bei textilen Produkten das ÖKO Tex Siegel "textiles Vertrauen". Was dies bedeutet und wie Produkte mit diesem Siegel zu bewerten sind können Sie in diesem Artikel nachlesen. Textiles Vertauen ÖKO Tex Siegel

Für Allergiker gibt es ebenfalls einige Informationen die Interessant sind. Hier finden Sie in den passenden Artikel zum Thema: Teppich für Allergiker geeignet?

Emissionen und Gerüche aus textilen Bodenbelägen.

Die Wahrnehmung des Menschen

Ein Mensch besitzt über 150.000 sensorische Zellen in seiner Nase. Deutlich weniger als zum Beispiel ein Hund (ca. 60.000.000) oder ein Geier (ca. 250.000.000). Trotzdem kann ein Mensch viele Gerüche voneinander unterscheiden und diese auch nach dem Empfinden in einen guten oder einen schlechten Geruch einordnen, wobei das Einordnen bei jedem Menschen anders vollzogen wird.

Geruchsbelästigung

Ein großes Thema in der Welt der Gerüche ist die Geruchsbelästigung. Es gibt zwei Ursachen welche die Belästigung hervorrufen können. Zum einen gibt es die Gerüche, die man nicht riechen mag und empfindet diesen gegenüber Ablehnung bzw. fühlt sich belästigt. Zum Anderen kann Geruchsbelästigung entstehen, wenn man zu lange einem zunächst als guten empfundenen Geruch ausgesetzt war. Häufig passiert so etwas wenn man in einer Bäckerei oder einer Schokoladenfabrik arbeitet. Folgen der dauerhaften Geruchsbelästigung sind Gereiztheit, Unbehagen oder Verärgerung. In schlimmen Fällen kann es sogar zu Übelkeit kommen. Gerüche können zudem auch als Warnsignal vor Gefahren fungieren.

Neugeruch

Trotz großer Fortschritte auf dem Gebiet der chemischen Analytik von Gerüchen ist es bis heute nicht gelungen Gerüche zuverlässig zu messen. Daraus folgt, dass wir heute bei Geruchsbeanstandungen auf die sensorische Analyse geruchsintensiver Emissionen vertrauen müssen. In den Jahren 1984 bis 1987 lag die Steigerungsrate der Beanstandungen bei 50 - 80 %, wobei diese heute auf einem relativ niedrigen Niveau inne hält. Die Ursache ist nicht die Verschlechterung der Produkte, sondern die Sensibilität der Menschen auf Fragen, die ihre Hygiene und medizinisches Wohlergehen ihrerseits und ihrer Familie (speziell Kinder) betrifft. Laut den Ergebnissen einer Materialuntersuchen, sind alle Teppichbodenarten von den Geruchsbeanstandungen betroffen. Die Medien aber auch die Baubiologie haben oft behauptet, dass hauptsächlich der Rücken einer Teppichbodens für die Geruchsbildung verantwortlich ist. Aus Vergleichen der prozentualen Marktanteile der Pol- und Rückenmaterialien mit der Beanstandungshäufigkeit geht hervor, dass sich die Behauptungen der Medien oder der Baubiologie nicht bestätigt. Gemäß dem Textile & Flooring Institute (TFI) ist der sogenannte "Neugeruch" nicht reklamationswürdig und muss in Kauf genommen werden.

Normen

Obwohl die Forschung zum Ermitteln eines Verfahrens zur chemischen Analyse von Gerüchen stetig läuft, wird es wohl noch lange dauern bis das Ziel erreicht ist. Aus diesem Grund ist es wichtig um jegliches Risiko durch Emissionen, entsprungen aus Teppichböden, zu vermeiden. Textile Bodenbeläge in zum Beispiel Aufenthaltsräumen müssen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung besitzen. Des Weiteren müssen textile Bodenbeläge DIN EN 14041 vorweisen können. Ist diese Norm nicht erreicht, darf der Teppich bzw. Bodenbelag nicht verlegt werden.

Achten Sie auf Prüfsiegel

Es gibt einige Siegel die von unabhängigen Instituten verliehen werden. Diese helfen uns beim Kauf von geprüften Teppichböden. Ein weitverbreitetes Siegel ist das GuT-Siegel. Dieses soll Ihnen beim Kauf dieses Artikels helfen. Es wird von der "Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e. V." vergeben. Dieser Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Teppichböden und Teppiche auf gesundheitliche und ökologische Aspekte zu prüfen. Produkte mit dem Signet sind schadstoffgeprüft, sie enthalten keine gesundheits-schädlichen Mittel wie zum Beispiel Formaldehyd und Vinylchlorid.

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